Iron Man: Die nächste Generation [Review]

Engstirnige Comicleser, die auch im Jahr 2017 noch der total blöden Meinung sind, dass ihre Lieblingshelden doch bitte allesamt männlich, weiß und hetero zu sein haben, müssen nun verdammt tapfer sein. Denn nachdem Thor mittlerweile eine Frau ist, Captain America schwarz, Ms. Marvel eine Muslima, Hulk ein Asiate und Iceman sich zudem endlich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennen durfte, übernimmt nun also eine gerade mal 15jährige afroamerikanische Teenagerin namens Riri Williams den Job von Iron Man Tony Stark, der derzeit im Koma liegt.

Und wisst ihr was? Das technikaffine Wunderkind, das nicht selten wie ein wesentlich charmanterer, sowie nicht ansatzweise so hüftsteifer, weiblicher Sheldon Cooper wirkt, macht seine Sache hier verdammt gut! Es macht wirklich großen Spaß, Riri hier kennenzulernen und ihr dabei zuzusehen, wie sie in ihre neue Rolle als Heldin hinein wächst. Unterstützung erhält sie hierbei nicht nur von Tonys alter Crew, sondern mehr oder weniger auch von Tony himself, der sein Bewusstsein in die Matrix einer künstlichen Intelligenz übertragen hat und der jungen Heldin nun quasi als eine Art Techno-Geist mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die Storyline rund um den Konflikt mit der Inhuman-Schurkin Tomoe und ihren Biohack-Ninjas ist dabei eher Mittel zum Zweck und somit zu vernachlässigen. Der Origin-Anteil ist es, der diesen Band so interessant macht und für den man Autor Brian Michael Bendis gar nicht genug loben kann. Man hat das Marvel-Universum hier nicht einfach nur noch ein kleines bisschen bunter gemacht, sondern es geschafft, nach Kamala Khan direkt die nächste jugendliche Sympathieträgerin einzuführen, der ohne wenn und aber noch eine große und spannende Zukunft in der Comicwelt zuzutrauen ist. Ganz klare Empfehlung! (elfo)

Seitenzahl: 140
Format: Softcover / limitiertes Variant
Preis: 14,99 € / 18 €
Verlag: Panini Comics
Cover-Copyright: Panini Comics / Marvel
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