DIVING FOR SUNKEN TREASURE - Motherfucker Jazz Bar [Review]

Man stelle sich eine alte Hafenkneipe vor. Mindestens ebenso verrucht, wie verraucht. Männer mit Bärten, Anker-Tattoos und Messern zwischen den Zähnen fröhnen hier ihrem Alkoholismus, betreiben illegales Glücksspiel und hauen sich im Viertelstundentakt Billard-Queues und Bierkrüge um die Ohren, dass man die Uhr danach stellen kann. In der hinteren Ecke des Raumes steht eine, aus morschen Brettern zusammen geschusterte Bühne, auf welcher der passende Soundtrack zu diesem illustren Treiben dargeboten wird. Und für eben diesen schicken die Berliner Gypsy-Punks von DIVING FOR SUNKEN TREASURE mit ihrem neuen Album eine Bewerbung, die unmöglich abgelehnt werden kann. Aber auch an weniger gefährlichen Orten sollte deren Sound hervorragend funktionieren, denn dieser klingt einfach vollkommen authentisch, ohne dabei Gefahr zu laufen, zu angepasst oder beliebig rüber zu kommen. Psychobilly, Folk, Jazz, Surf, Country - hier ist irgendwie von allem etwas drin und eigentlich auch zu jeder Zeit in der perfekten Dosis. Langeweile kommt zu keiner Sekunde auf und dem einen oder anderen Song kann man auch durchaus eine gewisse Mainstream-Kompatibilität attestieren - und das ist gar nicht negativ gemeint. Tolle Platte und bestimmt auch eine tolle Live-Band. Und dass sie vor knapp 2 Wochen direkt hier umme Ecke im Sonic Ballroom gespielt hat, lese ich natürlich jetzt erst- Mist!
Greffo

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